Unsere Wanderlust war noch nicht gestillt. Voller Vorfreude reisten wir in die Region der Cairngorms, einer Gebirgsgruppe im Herzen Schottlands. Hier erheben sich fünf der zehn höchsten Berge Schottlands, aber wegen Zahlen waren wir nicht hier. Sommer, noch keine Schulferien in Schottland und vor allem: wir alle drei gesund und fit. Letztes Jahr war nach Mojos Unfall fertig mit wandern und im Jahr davor starteten wir auch schon mit einem havarierten Hund in unsere „Auszeit“.

Deshalb: ab in die Höger!


Weitläufige Landschaften erwarteten uns im Cairngorms National Park. Da und dort erblickt man zwar auch einen markanten Grat oder einen schroffen Felsblock, die Schönheit der Gegend wird jedoch vor allem gebildet aus der Unzahl von sich ähnelnden, wenige hundert Meter hohen Hügel. Bei typischem „Aprilwetter“ bestaunten wir Regenbogen, plötzlich aufleuchtende grüne Bergflanken, zogen Regensachen an, zogen Regensachen aus und wanderten und wanderten, denn es gab viel zu erwandern.


Wir waren nicht alleine auf den Pfaden des Parks unterwegs und bald erfuhren wir im Smalltalk von der Schottischen Freizeitbeschäftigung „Munro bagging“. Munros sind Schottische „Berge“ über 3000ft (914.4m) und diese zu bezwingen, ist in den meisten Fällen relativ einfach. Deshalb werden sie „eingesackt“ oder gesammelt. Da es 282 Munros gibt, geht das aber dennoch nicht einfach schnell schnell und nur wer alle Munros gesammelt hat, darf sich stolz „Munroist“ nennen. Aktuell gibt es mehr als 6’000 von ihnen. Der Rekord liegt anscheinend bei 39 Tagen, 9 Stunden und 6 Minuten für alle Munros. Potzblitz, da liegt aber dann kein Öpfeli mehr drin auf dem Gipfel…


Auch wir haben unsere ersten Munros gesammelt, aber das kümmert uns recht wenig. Vielmehr erfreute uns ein Kafi und ein Stück Kuchen im Anschluss an eine Tour. Sehr gut gefallen hat uns das kleine Örtchen „Braemar“. Ein guter Ausgangspunkt für Touren, ein kleiner und kompakter Dorfkern und natürlich ein charmantes Beizli für uns. Zudem befindet sich hier die Stätte der wichtigsten Highland-Games im September, an denen sich auch die Queen im Sackhüpfen, Seilziehen und Schienbein-Kicken versucht (oder zumindest anwesend ist).