Durch das Engadin fuhren wir über die Grenze ins Tirol. Beim leeren Zollhäuschen schauten wir auf den Kilometerzähler. Knapp vor 2’000km hatten wir es also endlich über eine Grenze geschafft. Die Zahl bedeutet natürlich rein gar nichts aber erinnerte uns an die zurückliegenden turbulenten Wochen und die vielen Fahrten in der Schweiz, die im Zusammenhang mit Mojos Knieverletzung stattfanden und die unseren Reisestart um einige Wochen verzögerten.

Wir landeten zunächst unweit der Grenze im Kaunertal, bevor wir durch das Zillertal in das kleine Bergsteigerdorf Ginzling gelangten. Unweit unseres Nachtlagers befanden sich etliche Boulderfelsen, weshalb am Abend aus allen Richtungen kleine Zwerge mit überdimensionierten Rucksäcken zurück zum Stellplatz marschierten. Die umliegenden Berge ragten eindrücklich in den Himmel und da wir nach wie vor mit angezogener Handbremse spazieren mussten, gönnten wir uns am nächsten Tag eine Fahrt mit einer der unzähligen topmodernen Bergbahnen und wanderten auf der Granatalm neben Rentnern und Kinderwägen einmal den halbstündigen Rundweg – immerhin!

Granatenaussicht auf der Alm

Hoch oben auf dem Berg konnten wir zuschauen, wie von Westen her eine eindrückliche Schlechtwetterfront heranrollte. Eigentlich hatten wir die Idee, weiter in den Osten Österreichs zu rollen, entschieden uns aber dann aufgrund der miserablen Wetterprognose, nördlich nach Süddeutschland zu fahren, etwas weg von den Alpen.

Somit dauerte unsere Visite im Tirol zwar nur kurz, aber Rebi kann nun endlich ihre Kindheitserinnerung vom Tanz zum Zillertaler Hochzeitsmarsch mit einer Reise verknüpfen und Nils realisierte, dass die Österreichische Milch der Unseren geschmacklich ziemlich nahe kommt.