Während unserer Winterpause in der Schweiz haben wir zwar wieder die Vorzüge einer Wohnung genossen, trotzdem setzten wir uns immer mal wieder freudig ans Nyumbani-Steuer und fuhren los. Freie Wochenenden im Winter – das hatte es für uns beide jahrelang nur selten gegeben, bedingt durch den Eishockey-Spielplan. Diesen Winter konnten wir aber immer wieder aufs Neue losziehen, wenn uns danach war, und wir genossen es extrem!

Wir holten im Herbst unsere Winterkleider aus dem Depot und führten fortan stets Schneeschuhe und Langlaufskis im Nyumbani mit. Dazu eine Dose Vaseline für Mojos Pfoten.

Die ersten Hauch von Schnee erlebten wir im November im Kiental. Mojo drehte fast durch vor Freude! Australian Shepherd, naja… wir vermuten einen Produktionsfehler und denken, dass es sich eher um einen Arctic Shepherd handelt.

Immer mal wieder zog es uns ins Wallis, wo wir uns ganz hinten im Tal in Oberwald einquartierten. Ein kleiner Camping bietet uns dort das wenige an Komfort, was halt beim Wintercampen schon noch angenehm ist, wie beispielsweise die heisse Dusche ohne Windchill oder ein geräumiger Platz zum Abwaschen.

Wenige Meter vom Stellplatz befindet sich der Einstieg in die Loipe. Das Goms ist ja allgemein bekannt als ein Eldorado zum Langlaufen. Diverse Winterwanderwege und Schneeschuhtrails schlängeln sich aber ebenfalls den Sklilift-freien Berghängen entlang oder verlaufen durch den breiten Talboden.

Die Ruhe, der meterhohe Schnee und nicht zuletzt die liebevoll hergestellten lokalen Produkte im Dorflädeli waren weitere Argumente, weshalb wir insgesamt vier Mal den Weg ins Rhonetal unter die Räder nahmen.

An Silvester parkierte ein uns wohlbekannter „blauer Riese“ neben uns und wir feierten gemeinsam mit seinen Bewohnern den Wechsel vom etwas ruckligen 2020 in ein hoffentlich geschmeidigeres 2021. Die Abstandsregeln wurden natürlich eingehalten – im Wechsel stellte ein Team jeweils einen Menuegang her und lieferte ihn zum anderen Bus. Gemeinsam auf den Jahreswechsel anstossen konnten wir dann aber gemeinsam am Feuer.


Eine sehr schöne Entdeckung war unsere erste Nomady-Erfahrung. Auf der Plattform Nomady können Private Stellplätze anbieten, welche ausschliesslich über diesen Weg gebucht werden können. Erfreulicherweise hat sich das Angebot in letzter Zeit stark vergrössert. Auch wenn die Preise im Durchschnitt höher liegen als für eine Übernachtung auf dem Campingplatz, so scheinen doch viele Camper auf Nomady das zu finden, was sie suchen. Viele Plätze sind sehr exklusiv und naturnah, oder äusserst liebevoll hergerichtet von den Gastgebern – ein Blick lohnt sich: www.nomady.ch

Unser Platz war damals das einzige Nomady-Angebot im Kanton Wallis, der Gastgeber Besitzer einer Herberge, welche anscheinend im Sommer aus allen Nähten platzt mit Wanderern der beliebten Tour du Mont Blanc. Im Winter jedoch steht die Gîte Bon Abri verlassen in einem kleinen Seitental nahe Champex-Lac, welches auch als „Le Petit Canada“ bezeichnet wird.

Bei unserer vereinbarten Ankunft stand der Besitzer schwitzend und mit der Schneeschaufel in der Hand vor der Herberge – er ist extra aus seinem Zuhause am Genfersee 1.5h hoch gefahren, um uns den Platz zu räumen. Er führte uns durch das Gebäude und erzählte uns von den hektischen Sommermonaten. Es werde jeden Tag das gleiche Essen gekocht (letzten Sommer war es Fondue) – die Wanderer bleiben ja eh nur eine Nacht, da spiele dies keine Rolle… Er drückte uns den Schlüssel in die Hand und verabschiedete sich mit dem Wunsch, doch bitte den Boiler im Keller zurück zu stellen, wenn wir abreisen. Wir mieteten also mit dem Stellplatz vor dem Haus auch gleich eine ganze Herberge mit!


Nebst diesen mehrtägigen Ausflügen haben wir oft auch einfach einen Tag im Schnee verbracht. In diesen Momenten rückte das Fernweh ziemlich in den Hintergrund, denn dieser tolle Winter hat uns oft verzaubert und wir fühlten uns manchmal in diesen atemberaubenden Landschaften auch irgendwie ganz weit weg…