Ende Juli überquerten wir die Grenze zu Norwegen. Mojo hatte unter Aufsicht einer Tierärztin eine Entwurmungstablette gemampft und letztere musste nun 24h wirken, um legal einreisen zu dürfen. Nach einigen Kilometern in Norwegen wurden wir an einem unspektakulären Checkpoint angehalten und absolvierten einen Schnelltest. Die junge Frau im Schutzanzug erklärte, am Wochenende sei hier jeweils die Hölle los, weil alle Norweger Einkaufstouristen auf dem Rückweg bei ihr einen Test absolvieren müssten. Wir hatten uns auf eine strenge Einreisekontrolle eingestellt. Test und Kontrolle geschahen jedoch schnell (war ja auch ein Schnelltest…), unkompliziert und erst noch gratis. Mojo’s Dokumente mussten wir auch nicht vorweisen. Das komplizierteste an dieser Einreise war ganz klar das vorgängige Ausfüllen des online-Formulars.

Nasenabstrich in der Pampa Norwegens

Ziemlich zeitgelich mit dem Landeswechsel wechselten nebst dem Wetter auch Topografie und das Level der zu befahrenen Strassen. Im Gegensatz zu Schweden ging es hier kurvig hoch und runter und man spürte sofort die Nähe zum Atlantik, denn es war windig, kühl und nass. Passende Reisemusik waren da die Klänge der Sängerin Kari Bremnes, welche auf den Lofoten aufgewachsen ist.

Einige Tage verbrachten wir nahe Kjerringøy, etwas nördlich der Stadt Bodø. Hierhin verirren sich nur wenige ausländische Touristen, was vermutlich mit der grossen Anziehungskraft der Lofoten zusammenhängt, welche wir zwischendurch mystisch und schemenhaft am Horizont erblickten. „Unsere“ Küste war ebenfalls atemberaubend schön. Eingebettet zwischen steil aufragenden Felswänden und dem kraftvollen Meer genossen wir drei Tage ganz alleine auf einem kleinen, von den Einheimischen schön hergerichteten Stellplatz. Wir wanderten im Regen, genossen die Geborgenheit vor Wind und Wetter im Bus und übten uns als Selbstversorger.

Der Wetterbericht versprach einige Tage gutes Wetter und so reihten wir uns am Fährdock in Bodø in die Kolonne der vielen Camper, Motorräder und Wohnmobile ein. Einen der allerletzten Plätze ergatterten wir und wurden zur wohl populärsten Inselgruppe des Nordens gebracht: den Lofoten.


Nach vier Tagen auf den Lofoten brachte uns eine nächste Fähre rüber auf die erste Insel der Vesterålengruppe. Was uns auf den Lofoten nicht vergönnt war, wurde hier Tatsache: wir hatten einen Gipfel ganz für uns alleine!


Wir genossen, dass es schon spürbar weniger Andrang hatte als auf den Lofoten. Für die Walsafari in Andenes fanden sich dann aber doch etliche Touristen ein. Unser Boot war voll, ohne Corona wäre aber laut den Betreibern noch ein zweites Boot mit uns nach draussen gefahren. Und anstatt zwei Touren würden dann drei pro Tag stattfinden.


Senja, die zweitgrösste Insel Norwegens, beherbergte uns während gut einer Woche. Wir nahmen uns die Zeit, nebst dem bekannteren Westen, auch die weniger besuchte, dem Festland zugewandte Seite zu besichtigen. Eine gute Idee, wie sich herausstellte.


Nachdem wir mehrere Wochen auf den Norwegischen Inseln herumgewandert waren, machten wir witterungsbedingt einen kleinen Sprung auf der Landkarte und fuhren bis zu unserem (bisher) nördlichsten Punkt. Nein, nicht ans Nordkap. In der weitläufigen Finnmark nahmen wir schöne Eindrücke mit, hatten aber auch einen ärgerlichen Zwischenfall, welcher unseren weiteren Reiseverlauf ziemlich beeinflussen könnte.