Durch dicht bewaldete und dünn besiedelte Gebirgslandschaften fuhren wir auf kleinen Strässchen von Slowenien nach Kroatien. Die letzten Kilometer vor dem angepeilten Grenzposten führte uns der Weg durch ein wunderschönes Tal dem Grenzfluss Kolpa entlang. Etwas bedrückend war dabei der Anblick des Grenzzauns zwischen uns und dem Fluss, welcher ein Hindernis für Migranten auf dem Weg in EU-Territorium darstellen soll. Diesbezüglich schient er wohl seinen Zweck zu erfüllen, daneben ist er jedoch vor allem ein unüberwindbares Hindernis für Tiere.


Nach erfolgreichem Grenzübertritt war es nicht mehr weit vom Kroatischen Hinterland bis an die Küste. Dicker Nebel auf der einen – freie Sicht auf der anderen Seite des küstennahen Velebit-Gebirges. Imposant, wie dieser Gebirgszug als Barriere zwischen dem Gebirgs- und dem Mittelmeerklima wirkt. Auf dem Weg hinunter an die Küste stachen uns etliche Mülldeponien am Strassenrand ins Auge. Da mit der Bora ein starker Küstenwind regelmässig alles von den Berghängen in Richtung Meer befördert, was nicht niet- und nagelfest ist, wird auch der in der Natur entsorgte Müll verteilt. Die Kühe an den Berghängen oberhalb von Senj – wo wir unseren ersten Stop an der Küste einlegten – grasten jedenfalls in mit Plastikfetzen „bereicherten“ Feldern…

Das Städchen von Senj hat wohl schon bessere Zeiten erlebt. Uns gefiel es aber trotzdem, durch die fast leeren Gassen zu schlendern und uns bei der über dem Ort thronenden Burg gegen die Bora zu stemmen. Zudem tauchte die Herbstsonne die Küste gegen Abend in ein wahrhaftig goldenes Licht – eindrücklich.


Etwas weiter südlich stoppten wir an einem unscheinbaren kleinen Ort und genossen es, kurz zu verweilen und einige Eindrücke mitzunehmen, ohne das Auto zu bewegen.


Der Eingang zum Nationalpark Paklenica liegt in einem Canyon, nur wenige Kilometer von der kargen Küste entfernt. Hier findet die Vegetation wunderbare Bedingungen vor, denn die hohen Felswände bieten Schutz vor der Hitze des Sommers und vor der bissigen Bora. Ein schöner, breiter Weg führt die erste Strecke in den Park hinein. Hier befindet sich Kroatiens beliebtestes Klettergebiet und an unzähligen Routen hangelten sich während unseres Besuchs etliche Apachen von Griff zu Griff.

Für einige Winnetou-Filme durfte der Canyon von Paklenica als Kulisse herhalten. Während wir uns weiter in die Schlucht hinein wagten, spürten wir die Blicke von Winnetou und Old Shatterhand, die uns aus luftiger Höhe betrachteten. Beim furchterregenden Anblick von Mojo zuckte Winnetous Hand kurz in Richtung seiner Silberbüchse, entspannte sich aber schnell wieder nach genauerem Betrachten des holprigen Gangbilds des Vierbeiners.

Gerne hätten wir nämlich eine Tagestour im Park gemacht, doch wieder einmal hatte Mojo einen schlechten Tag und wir mussten die Route für den Ausflug kurz wählen.


In der Stadt Zadar fanden wir einen interessanten Platz zum Übernachten. Gegen einen kleinen Batzen durften wir unser Nyumbani in einem Hinterhof parkieren. Hier, etwas abseits des Trubels, liessen wir unser Zuhause lieber alleine zurück als auf einem der grossen Touristenparkplätze. Zu Fuss erkundeten wir die Stadt und lauschten der Meeresorgel, wo die ankommenden Wellen eine immer andere Melodie kreieren.


Aus Sicht von Mojo war die Stadt zwar spannend – es gab viel zu erschnüffeln – jedoch kaum je einen Fleck zum entspannen. Die wenigen einladenden Grünflächen waren generell alle mit einem Hunde-Verbotsschild geschmückt. Einen Rebellen wie Mojo kann man so jedoch nicht in die Schranken weisen und er legte sich demonstrativ neben so ein Schild.

schlecht erzogener Hund

Der Nationalpark Krka beeindruckte uns sehr. Ein wunderschön angelegter Pfad führt die Besucher durch das breite Flusstal, wo es unzählige Wasserfälle und Kaskaden zu bestaunen gibt. Geschmückt mit den leuchtend verfärbten Laubbäumen und ohne grossen Besucherandrang war der Park wunderschön anzuschauen. Über Holzstege schwebten wir über die abwechslungsreiche Landschaft. Rebi meinte, wenn sie ein Fisch wäre, würde sie hier leben. Leider war auch hier wegen Mojos Bein unser Radius begrenzt und wir konnten nicht allzu weit marschieren. Für einen nächsten Besuch merkten wir uns jedoch den Wanderweg, der dem Flusslauf entlang weiter ins Landesinnere führt und sehr schön sein muss.


Noch etwas weiter folgten wir der Küste, bevor wir etwas unterhalb von Split umdrehten und etwas landeinwärts wieder nördlich fuhren. Auf dem Markt eines Küstenstädtchens zahlten wir noch etwas Lehrgeld. So viele Köstlichkeiten erspähten unsere Augen und da wir uns im Vorfeld nicht wirklich auf den Marktbesuch vorbereitet hatten, kauften wir Olivenöl und Honig hier, Granatäpfel, Gemüse und Käse da. Die Verkäufer/-innen waren alle überaus freundlich und erkannten wohl schnell, dass wir uns das „märten“ nicht wirklich gewohnt waren. Als wir zurück im Auto waren und kurz zusammenzählten, was uns die Einkäufe insgesamt gekostet hatten, wussten wir, dass wir an den besuchten Ständen sehr gern gesehene Kunden gewesen waren. Wir schmunzelten und öffneten ein Glas mit eingelegten Oliven, die – so sagte uns die Verkäuferin – nur 6 Kilometer vom Markt entfernt gepflückt wurden. Sie schmeckten vorzüglich!

Da machte es auch nichts, dass wir das identische Glas später im Regal eines Grossverteilers wieder entdeckten. Wir kauften die Oliven gleich nochmal, allerdings günstiger.

Point of return