Im zweiten Anlauf klappte es mit der Ausreise nach Frankreich für mehr als einen Tag. Durch den Jura fuhren wir über die schweiz-französische Grenze. Diese Route kannten wir von früheren Reisen Richtung Westen, aber anders als damals schlugen wir ein gemächliches Tempo an und suchten nicht die nächstgelegene Autobahnauffahrt. Das Surfbrett hat es zwar mit ins Auto geschafft, nörgelt aber nicht herum und kann sich damit abfinden, dass es dieses Mal nicht auf schnellstem Weg Richtung Atlantik geht. Die passenden Badeshorts schlummern ebenfalls noch gemütlich in der hintersten Reihe des Kleiderfachs, denn Frankreich empfängt uns mit kühlem Herbstwetter und wir äussern uns während der Fahrt mehrmals froh über die nun wieder funktionierende Heizung – laut genug, dass sie uns unter unseren Sitzen hören kann und sich richtig geschmeichelt fühlen soll. Denn ein erneutes Trötzelen ihrerseits würden wir wohl nur schwer verkraften.

So geht es in den ersten Tagen in Frankreich unter anderem darum, die Prozesse nach einem weiteren Regenspaziergang zu optimieren. Wir haben dafür relativ wenig Platz zur Verfügung und wenn Mojo kurz vor der Rückkehr noch eine Matschpfütze aufsucht oder Windböen das Ziehen der Markise verunmöglichen, dann wird es noch anspruchsvoller. Aber es klappt erstaunlich gut und wir sind noch jedes Mal trocken und der Bus sauber geworden.

Es sind komplett andere Herausforderungen des Alltags als früher und wir geniessen dies!

das si keni Ferie – das isch itz äbe Reise!

Bei etwas weniger garstigem Wetter (kalt, aber immerhin gabs auch trockene Phasen) führten uns die französischen Landstrassen weiter ins Burgund und anschliessend ins Loire-Tal, wo wir das lang ersehnte Wiedersehen mit der Sonne genossen.

the sun is finally shining down on us again
https://www.youtube.com/watch?v=UO-h8y8TgoE

Kurz darauf erfreute uns das nächste Wiedersehen – jenes mit dem Meer – in der Südbretagne. In ganz kleinen Etappen erkundeten wir diese unglaublich schöne und vielfältige Region. Weite Sandstrände wechseln sich ab mit schroffen Klippen und wenn man sich etwas ins Landesinnere bewegt, findet man sich in einer sanften, fruchtbaren Landschaft wieder. Je weiter man sich „auf den Atlantik“ hinauswagt, desto unmittelbarer wird die Kraft der Naturgewalten. Starker, böiger Wind peitscht Wellen an die hohen Klippen und gegen Abend verwandelt sich das Meer in eine silbern scheinende, riesige Fläche. Den äussersten Zipfel der Bretagne bildet das Département Finistère. Hier gefällt es uns unglaublich gut. Unter anderem fanden wir hier den bisher schönsten Platz zum Übernachten und wir wurden beide erfolgreich ein Jahr älter.


Während wir die Bretagne in aller Ruhe erkundeten, verschärfte sich die Corona-Situation allgemein zunehmend. In unserem Alltag merkten wir wenig davon, da wir uns vorwiegend ausserhalb der Ortschaften bewegten. Natürlich verfolgten wir aber die Entwicklung vor Ort und in der Schweiz durch die Medien. Die Nachricht vom erneuten Confinement – also dem zweiten Lockdown in Frankreich – traf uns somit nicht völlig unvorbereitet. Wir hatten uns vorgängig schon damit befasst, wie wir uns in einem solchen Fall bezüglich unserer Reise verhalten würden, hofften jedoch, dass es nicht soweit kommen würde.

So kehrten wir Anfang November wieder in die Schweiz zurück. Wir sind fest entschlossen, unsere Reise fortzuführen, sobald die Situation uns dies erlaubt.

hoffentlich hinterlassen wir bald neue Fussabdrücke im Sand