Nach der Tour durch Tirol und Süddeutschland kehrten wir wie geplant für die Monatskontrolle von Mojos Knie in die Schweiz zurück.

Im Norden der Schweiz, genauer im Zürcher Weinland, verbrachten wir noch eine Nacht auf dem Hof der Familie Reutimann, die in Stammheim mit viel Kreativität und Leidenschaft Produkte aus Hopfen herstellt. Die äusserst sympathische Art, wie wir dort willkommen geheissen wurden, förderte unsere Kauflust im Hofladen und in der Besenbeiz. Wer sich mal in diese Region verirrt, sollte um diese Adresse keinen Bogen machen! Wir hatten Glück und die eindrucksvollen Hopfenpflanzen leuchteten kurz vor der Ernte im goldenen Licht der Abendsonne und präsentierten ihre prallen Blüten, während nebenan die Sonnenblumen ihre Köpfe hängen liessen, so als ob sie nicht damit zurecht kämen, dass ihnen der Hopfen die Show stiehlt.


viel Metall in Mojos Knie

Die Röntgenkontrolle verlief positiv, das abgebrochene Stück der Tibia war immer noch in derselben Position. Weiter gings nach Münsingen zu einer weiteren Runde Physio bei der Tierphysiotherapeutin unseres Vertrauens. Ausgerüstet mit einem neuen Heimprogramm sollte es dann schnurstracks durch den Lötschberg gehen, um nach einem Stop im Lötschental den Schwung der Abfahrt ins Rhonetal gerade zur Weiterfahrt nach Frankreich zu nutzen. Soweit der Plan. In der Realität ging dann alles etwas gemächlicher vorwärts. Der Grund dafür war ein kleiner Zwischenfall mit unserer Heizung.


Der Spätherbst auf der Fafleralp gab Vollgas und da die Nächte sogar auf über 1700 Metern über Meer noch warm genug waren, dass es ohne Heizung ging, verschwendeten wir wenig Gedanken an das reparierte Dings. Zwar liessen wir sie zwischendurch mal laufen, führten aber das holprige Anlaufen und die nur lauwarme Luft auf den eher leeren Tank zurück und dass wohl noch etwas Luft im System sei. Tanken und das System noch einige Male starten, dann läuft sie schon wieder!

Dem war nicht so.

Ok, dann halt zum Fachmann, gleich hier im Wallis. Dieser nette junge Mann widmete sich dem Problem und verkündete uns nach einer Stunde, dass die Heizung tiptop funktioniere. Dass er für die ganze Arbeit nur 20.- Fr. wollte (für das verwendete Kleinmaterial) schien uns in diesem Moment äusserst generös, einen Tag später aber hatten wir den Eindruck, dass er sich seiner Sache wohl auch nicht so sicher war.

So fuhren wir nach Frankreich und verbrachten einen tollen Abend am südlichen Ufer des Genfersees mit einem sunset wie in den Ferien! Zum Glück testeten wir auch hier die Heizung erst am Morgen des nächsten Tages. Nach dem Test und der mässig erbaulichen Message „ERROR“ auf dem Display wendeten wir und fuhren denselben Weg zurück.

jaja, die Heizung geht dann schon! „you dreamer, you!“

Kurz nach der Grenze stop und telefonisches Abklappern der Garagen, welche sich mit dieser Heizung wirklich auskennen. Erst in einigen Tagen erhielten wir einen Termin und so entschlossen wir uns spontan, einen Abstecher nach La Fouly zu machen, einem Ort im Wallis, der schon lange auf unserer Liste stand. Dort trafen wir auf sehr nette Camping-Greenhorns, die zufälligerweise an diesem schönen Fleck ihre ersten Wohnmobilerfahrungen sammelten und die uns irgendwie sehr bekannt vorkamen…

La Fouly, Val Ferret, VS
sympathische Neo-Camper im Hintergrund, vorne hält swiss mountain dog „Mojo“ seinen Mensch vorschriftsgemäss an der kurzen Leine

Das Problem mit der Heizung war gröber und kostete uns nebst vielen Nerven auch eine schöne Stange Geld. Nach der Reparatur lief sie aber wieder einwandfrei und tut es immer noch (Holz alänge!).

Mit einem deutlich besseren Gefühl fuhren wir zum zweiten Mal los Richtung Frankreich. Auf dem Jaunpass lag schon Schnee und die Wetterprognose war düster, so dass es ohne funktionierende Heizung wohl zu einer Grundsatzdiskussion unter der Bordbesatzung gekommen wäre.