Nach erfolgreich absolvierter Röntgenkontrolle freuten wir uns auf einen Stop auf der Fafleralp zuhinterst im Lötschental. Wir waren in unseren Camping-Anfängen oft dort, wo sich ein wunderbarer kleiner, naturnaher Camping befindet. Seit unserem letzten Besuch vor etwa zwei Jahren hat sich der Platz ein wenig verändert. Es ist leider mittlerweile nicht mehr möglich, wie früher nah an der Lonza zu stehen, sondern nur noch etwas oberhalb, auf der Wiese. Was sofort ins Auge sticht, ist die grosse Anzahl an gut ausgestatteten Wohnmobilen, welche die Zahl der Zelte und Campingbussen mittlerweile deutich übersteigt. Neben den kompakten Womos finden sich auch einige Exemplare, die ganz nach dem Motto „wir verzichten auf nichts“ unterwegs sind. Es muss schön sein, aus den Fenstern einer solchen fahrbaren Luxuswohnung kurz einen Blick auf die im Abendrot glühenden Bergspitzen zu werfen, bevor der Film im TV nach der Werbung wieder weitergeht…

Wie auch immer, wir fuhren in Goppenstein vom Autozug runter und fuhren gemütlich das Lötschental hoch. Ganz dezent strömte dabei der Geruch von Diesel in unsere Nasen. Wir hatten Mitleid mit dem armen Fahrer, der kurz vor uns das Tal hochfahren musste und der noch nichts von seinem Pech wusste. Muss ziemlich doof sein, wenn das Auto leckt. Unser Auto konnte es schliesslich nicht sein.

Am Ende der Strasse angekommen, stellten wir unseren Bus auf dem grossen Parkplatz ab, um zu Fuss einen geeigneten Platz auf der Campingwiese zu suchen. Wieder zurück beim Auto wurde uns schlagartig klar, dass dieser Tag nicht so enden würde, wie wir uns das vorgestellt hatten.

Ist Diesel im Töpper, ruft man besser den Abschlöpper

Wir organsierten den Abschleppdienst und assen etwas geknickt erst mal alle einen Happen.

Noch im Frühling hatten wir auf einer Wanderung ein Wohnmobil angetroffen, das sich in einem kleinen Tal bis zur hintersten Alp vorgewagt hatte und dort einen platten Reifen eingefangen hatte. Wenn wir uns hinter vorgehaltener Hand nicht darüber amüsiert hätten, wäre uns dieser Auftritt auf dem Parkplatz vielleicht erspart geblieben. So aber durfte das Publikum an diesem schönen Sommerabend beobachten, wie wir zunächst unter das Auto krochen, dann mit hängenden Köpfen neben dem Bus picknickten und schlussendlich unser Nyumbani nach mehreren Anläufen endlich sicher auf dem Abschleppfahrzeug festgezurrt abtransportiert wurde.

Saro hiess der kleine, kompakte Fahrer des Abschleppers und auf der knapp einstündigen Fahrt nach Visp hinunter erfuhren wir, was er in dieser Funktion schon so alles erlebt hatte. So hatte sich jüngst ein Engländer geweigert, die Nacht in seinem kaputten Auto zu verbringen, da ihm dies nicht sicher schien. Auf einen Camping wollte er auch nicht gebracht werden, weil es ihm zu teuer war. Schlussendlich wurde eine passende Lösung gefunden und der nüchterne Brite durfte gratis in einer Ausnüchterungszelle schlafen.

Saro lud uns in der Industriezone von Visp ab, wo sich die einzige Garage befand, die laut ihm am kommenden Tag (Samstag) geöffnet sein würde. Dieser Industrieparkplatz würde also unser heutiges Nachtlager sein.


Nach einer Nacht neben der Hauptstrasse freuten wir uns auf den Besuch in der Garage. Doch leider schien der Besitzer solidarisch mit allen anderen Garagisten sein Wochenende zu geniessen (was wir nur zu gut verstehen und akzeptieren können) und so musste wieder mal unser Mann für alles kontaktiert werden.

Domi schaute durch die Handykamera unter unser Auto und erklärte, wie man sich Zugang zu den diversen mit Diesel gefüllten Leitungen verschaffte. Nils führte diese Anweisungen aus und nach kurzer Zeit konnte die Ursache für das Leck gefunden werden – eine Verbindung zwischen zwei Schläuchen war ausgerissen. Der Schaden konnte ohne grossen Aufwand behoben werden und so fuhren wir erneut ins Lötschental hoch – erleichtert, dass es sich bei dieser Panne nicht um ein schwerwiegenderes Problem gehandelt hatte.

Die ganze Fahrt bis zur Fafleralp schnnupperten wir aufmerksam vor uns hin und tauschten unsichere Blicke aus, doch ausser leichtem Angstschweiss konnten wir nichts aussergewöhnliches mehr riechen.


Das Lötschental präsentierte sich von seiner besten Seite und wir genossen die warmen Tage, die angenehm kühlen Nächte und die gemütlichen Stunden mit unseren Freunden Chrigi und Cedu.