Schottland begrüsste uns freundlich. Nach Überqueren der Grenze bogen wir links ab und folgten der Küste entlang dem Solway Firth. Vor dem Café der Crarae Gardens – einem Park, in dem Pflanzen aus der Himalayaregion gedeihen – liessen wir uns in die bequemen Stühle zurücksinken und genossen die warmen Frühsommer-Sonnenstrahlen. Wir gingen eigentlich davon aus, dass die Sommermode für eine Weile ganz hinten im Kleiderfach bleiben würde. Als am nächsten Tag jedoch die Sonne von einem strahlend blauen Himmel schien und wir in einem kleinen Hafen freundlich zum bleiben eingeladen wurden, war definitiv die Zeit gekommen, um der schottischen Sonne unsere bleiche Haut entgegenzuhalten. Der Hafenmeister schmunzelte und meinte, wir sollen es ruhig geniessen – es gebe in der Regel in seinem Land zwei solche Tage pro Sommer!

einer der zwei jährlichen Sommertage in Schottland

Recht hatte er. Schon am nächsten Tag schlug das Wetter um und wir kriegten diesbezüglich, was wir eigentlich ja erwartet hatten. Immer mal wieder einen Gutsch.

Nachdem wir mit der Fähre auf die Isle of Skye gelangten und dort Wanderschuhe und Regenkleider ausgiebig testen konnten, fuhren wir über die Skye Bridge wieder aufs Festland und am Loch Ness vorbei an die Moray Coast östlich von Inverness. Diese Küste stellte sich als unerhört schön heraus und wir erkundeten sie in kleinen Etappen der ganzen Länge nach bis nach Fraserburgh und weiter nach Süden bis Edinburgh.


In der Umgebung der Hauptstadt legten Mojo und Rebi eine 5-tägige Pause ein, während Nils sich zwecks Weiterbildung in die Schweiz verabschiedete. Mojo genoss es sichtlich, nach so viel Herumreisen mal einige Tage nicht in der Box eingesperrt zu sein und fläzte im grünen Rasen, wenn er nicht gerade mit Rebi durch die Wälder streifte oder seine grauen Zellen durch Kopfarbeit endlich mal wieder ausgiebig gefordert wurden.

Als das Rudel wieder komplett war, erkundete es die Halbinsel Fife. Der Küstenabschnitt rund um das Fischerdörfchen Crail war wunderschön.


Weniger erhellend dagegen war das Resultat der grassierenden Vogelgrippe an der Küste – überall lagen verendete oder sterbende Möven und andere Meeresvögel. Wir schauten, dass Mojo den leidenden Tieren nicht nahe kam, um ihnen zusätzlichem Stress zu ersparen. Da die Tiere anscheinend an inneren Blutungen zu Grunde gehen, können sie kaum gerettet werden – ein trauriger Anblick.


Nach einigen schönen Touren in den unzähligen Hügeln der Cairngorms fuhren wir für einen kurzen Abstecher erneut an die Westküste, wo wir sehr kleinen Küstensträsschen folgten und etwa auf Höhe von Assynt kehrt machten. Es schien fast so, als versuchte uns das Wetter an der Weiterfahrt zu hindern. Es war wirklich, wirklich übel. Wenn wir das Schottische „Meteo“ auf BBC konsultierten (übrigens unabhängig der Wetterlage stets ein Genuss), so wurde uns gefühlt immer die gleiche Karte präsentiert. Oben links gruusig, also bei uns.

Wir entschieden uns deshalb, Schottland nach knapp fünf Wochen wieder zu verlassen und, nach einem kurzen Abstecher an die Ostküste Englands, auf dem Weg in die Heimat noch Wales ins Visier zu nehmen.