Den äussersten Zipfel von Frankreichs Nordwesten bildet das Departement Finistère. Anscheinend benannten die Römer dieses Gebiet als das Ende der Erde (Finis Terrae) und da dieser Name Spannendes verspricht, wagten wir uns neugierig, aber mit der nötigen Vorsicht an dieses Ende.
In der Baie d’Audierne imponierten uns die unendlich weiten Sandstrände bei Ebbe. Das Meer gibt zwei Mal täglich ein perfektes, riesengrosse Spielfeld frei, das noch unberührt so „amächelig“ ist wie ein frisch präpariertes Eishockey-Feld.
Strandsegler, Rösseler, Hündeler und Jogger finden alle mehr als genügend Platz vor. Bei uns passte die Ebbe jeweils mit den frühen Morgenstunden zusammen und wir genossen das Spektakel des erwachenden Tages noch ziemlich alleine.

Je weiter wir die Küste hochfuhren, desto kleiner wurden die Sandstrände und desto zahlreicher und markanter präsentierten sich schroffe, felsige Küstenabschnitte. Ähnlich einem Finger, der quer über den Atlantik auf Nordamerika zeigt, ragt das Cap Sizun ins Meer hinaus. Die Spitze dieses Fingers bildet die Pointe du Raz, ein mythischer, wilder Fleck, an welchem sich Land und Meer zu vereinen scheinen. Rauhe Felsspitzen ragen noch weit draussen aus dem Meer, wo sie die starken Strömungen zu verschlingen scheinen. Dazu trifft ein kräftiger, böiger Wind hier ungebremst aufs Land.
Diese sicht- und spürbaren Naturgewalten liessen uns staunen und wir fühlten uns wirklich wie am Ende der Erde – oder zumindest ziemlich unbedeutend und klein.

Bis ans Ende der Erde reisten wir also, und hier feierten wir eine erstaunliche Premiere dieser Reise: Wir setzten uns tatsächlich zum Kaffee in ein Restaurant!
vorhanden, offen, Corona-konforme Aussenplätze, Hunde erlaubt, gluschtige Karte.
unsere kriterien ans kafi-lokal
Es dauerte somit ungefähr drei Wochen bis wir das erste Mal in Frankreich zum Kafi einkehrten. Wer uns kennt, weiss, dass wir grundsätzlich gerne die lokale Gastronomie unterstützen und wir uns auf jedem Hundespaziergang die Buvette wünschen, die wie eine Fata Morgana am Horizont auftaucht. Es war bis dahin auf unserer Reise aber wirklich so, dass die meisten Lokale an den von uns besuchten Orten ab Mitte/Ende September geschlossen waren. Eventuell hat das eine oder andere Café auch hier die erste Corona-Welle nicht überstanden und so waren vielleicht deshalb noch weniger Beizen geöffnet als zu dieser Jahreszeit üblich. Zum Glück war unser Treffer an der Pointe du Raz auch noch die Crêperie des Jahres – der Besuch hat sich auf jeden Fall sehr gelohnt.
Übernachtet haben wir an diesem Ort auf einem grosszügigen, extra für diesen Zweck eingerichteten Parkplatz auf dem Kap. Überraschenderweise hatten wir den Platz für uns alleine, denn sämtliche anderen Wohnmobile und Vans flüchteten am Abend wieder. Ob es wohl an uns oder an den 15 Euro Parkgebühr lag? Uns war’s recht und die paar Euros reuten uns überhaupt nicht, denn der Platz ist sehr exklusiv und wir verbrachten einen wunderschönen Ausklang des Tages windgeschützt bei angenehmen Temperaturen und hatten am kommenden Morgen das Kap nochmal für uns, bevor die neuen Wohnmobile anrollten.












29. Oktober 2020 um 21:38
Just feeling happy meanwhile reading your stories :-))
Merci für di schöne Brichte vo euch… Dicka Drücker, euer Cheris