Auch wenn wir auf der Reise eine gewisse optische Verwilderung in Kauf nehmen, ist für uns ein Mindestmass an Hygiene ein Muss.

Mal ein Bibeli nicht sofort ausdrücken oder das T-Shirt noch einen Tag länger tragen, ist völlig okay. Die tägliche, routinemässige Dusche wie zu Hause, ist jedoch nicht zwingend notwendig. So reicht auch mal eine „Katzenwäsche“ aus und wenn wir zwischendurch einen Camping ansteuern, freuen wir uns jeweils mega auf die Möglichkeit einer richtigen, heissen Dusche.

Für alle Situationen zwischen notdürftig und richtig waschen haben wir Nemo und bis jetzt sind wir absolut happy über unseren kleinen Duschfreund. (Keine Angst, wir beginnen noch nicht damit, vor lauter Einsamkeit unsere mitgeführten Gegenstände mit süssen Namen zu versehen, „Nemo“ ist der Produktname unserer Dusche.)

Bis letztes Jahr waren wir mit einer klassischen Solardusche unterwegs; man lässt den mit Wasser gefüllten Sack in der Sonne liegen und hängt ihn anschliessend irgendwo auf (oder legt ihn aufs Auto), um mithilfe der Schwerkraft einen prima Duschstrahl zu erhalten. Wir hatten damit jedoch häufig nur ein „Geschlegel“, denn nicht immer war der starke Ast auf der perfekten Höhe und am richtigen Ort oder die zweite Person musste assistieren und die Solardusche halten oder den Schlauch betätigen. Dies führte zum Teil zu akrobatischen Installationen mit gummibestiefelten Assistenten auf wackligen Campingstühlen.

Mit Nemo erreichen wir beim Duschen nun bessere Stilnoten: Mit einer einfachen Fusspumpe kann ein Überdruck erzeugt werden und der oder die Duschende stellt Nemo am gewünschten Waschplatz einfach auf den Boden und betätigt die Brause.

happy Duscher

Das Prinzip ist natürlich sehr einfach und an und für sich nicht weltbewegend. Erstaunlich ist jedoch immer wieder die Erkenntnis, wie wenig Wasser wir für diese Dusche benötigen. Eine kleine Pfanne (1,5l) kaltes Wasser gemischt mit zwei auf dem Gaskocher kurz erwärmten Füllungen reicht tiptop aus für gemütliches Duschen ohne Haare-Waschen für uns beide oder zügiges Duschen für beide mit Haare-Waschen für Nils. Eine zusätzliche erwärmte Pfanne ermöglicht gemütliches Duschen mit Haare-Waschen für beide.

Wirklich wahr: Ich bringe Rebi und Nils sauber von Kopf bis Fuss – mit nur 6 Litern Wasser!

nemo

Dadurch, dass Nemo portabel ist, können wir uns den Duschplatz immer optimal aussuchen und uns auf die Seite des Autos begeben, wo wir am meisten Privatsphäre vorfinden. Zwar zieht uns manchmal beim Einseifen ein kalter Wind um die nackten Beine, dafür standen wir auch schon duschend unter leuchtenden Sternen.

Geleert lässt sich die Dusche wieder kompakt in der Heckbox verstauen. Da das Duschwasser in der Natur versickert, benutzen wir ausschliesslich biologisch abbaubare Duschmittel und davon auch nur so wenig wie nötig.

Es wurden Wetten abgeschlossen, wie lange wir uns gegen einen fix eingebauten Durchlauferhitzer wehren können, bis uns die ganze Nemo-Duscherei verleidet. Stand hier und heute sagen wir – wir freuen uns auf das von dir gesponserte Nachtessen, Mr. X.!

Mr. und Mrs. X. haben sich die Chancen auf einen Wettgewinn zusätzlich noch selbst erschwert, da sie uns noch die superpraktischen Holzfüsse auf die Reise mitgegeben haben, damit wir auch nie im Dreck stehen müssen. Diese Füsse kommen regelmässig zum Einsatz und haben sich prima bewährt. Merci vielmal! 😉

Zwar nasse, aber saubere Füsse dank Mr. & Mrs. X.!