Dann ging es plötzlich schnell: Frankreichs Präsident Macron kündigte am Mittwoch Abend um 20:00 Uhr in seiner Ansprache den zweiten Lockdown an, der ab dem kommenden Wochenende in Kraft treten würde. Ab dann dürfe man sich nur noch mit gutem Grund aus dem Haus begeben und nur noch eine Stunde pro Tag spazieren gehen, maximal einen Kilometer von zu Hause.

Diese Informationen bedeuteten für uns, dass wir den Rückweg in die Schweiz antreten würden. Denn als Tourist in einem Land reisen, in dem sich die Bevölkerung stillhalten soll, erschien uns weder sinnvoll noch spannend. Auch die Variante, in ein anderes, angrenzendes Land weiterzureisen, machte aus unserer Sicht keinen Sinn, denn überall verschärften die Regierungen ihre Massnahmen gegen die Corona-Pandemie. Die Möglichkeit, unterwegs Spannendes zu erleben, verringert sich dadurch natürlich erheblich. Wenn wir uns in einem Land nicht frei bewegen dürfen und gar nicht mehr mit den Menschen in Kontakt treten können, verschieben wir unseren Besuch lieber auf eine unbeschwertere Zeit.

Durch die geänderten Bestimmung bezüglich Reisequarantäne war Frankreich nicht mehr auf der Liste, denn die Fallzahlen waren in der Schweiz zu diesem Zeitpunkt höher. Dadurch blieb uns bei der Rückkehr immerhin erspart, zehn Tage im Bus in der Schweiz „eingesperrt“ zu sein.

So schauten wir uns die atlantischen Wellen wehmütig nochmal an und genossen unsere letzten Spaziergänge an den schönen, wilden Stränden der Nordbretagne. Und nun kamen sie endlich – die meterhohen Wellen, die das Sturmtief „Epsilon“ über dem Meer aufgetürmt hatte und die irgendwann an der Küste eintreffen sollten. Der Wind war schon seit Tagen noch stärker als zuvor, doch erst jetzt donnerten diese Berge aus Wasser heran. Wir genossen das Spektakel und nahmen noch einmal einen letzten tiefen Zug Meeresluft, dann stiegen wir in den Bus und fuhren los.

stürmische Zeiten – wir kehren um

Was sich noch kurz zuvor so leicht angefühlt hatte, war jetzt irgendwie bedrückend geworden. Die französischen Herbstferien gingen zu Ende und wer noch nicht zu Hause war, durfte sich noch dahin bewegen. So war einzig auf den Autobahnen noch reger Betrieb, auf den Landstrassen und in den Ortschaften war kaum jemand mehr unterwegs. Auf einen Schlag fühlten wir uns nicht mehr wirklich willkommen hier und es fühlte sich komplett richtig an, den Heimweg anzutreten.

Da wir uns wohl an den enferntesten Punkt in Frankreich begeben hatten, dauerte unsere Rückreise drei Tage. Trotz der speziellen Situation wollten wir nicht etliche Stunden am Stück fahren und Mojos Bedürfnissen gerecht werden. Zwei mal übernachteten wir deswegen noch in Frankreich und beide Male war es irgendwie „spooky“ (Einschätzung Rebi), denn die Franzosen sperrten sich schon brav in ihren Häusern ein und man sah nur da und dort ein interessiertes Gesicht hinter einer Fensterscheibe hervorgucken. Nach und nach leerten sich dann auch die Autobahnen und so rollten wir einsam über die Grenze und waren ein weiteres Mal zurück in der Schweiz.


Nun sind wir also wieder im Land, doch unsere Reise soll nicht zu Ende sein. Wir haben uns ja fest auf die Fahne geschrieben, jeden Tag so zu nehmen, wie er kommt. Sobald es die Situation erlaubt, steuern wir unser Nyumbani wieder über eine Grenze und gehen erneut auf Entdeckungstour.

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